Stress hat verschiedene Gesichter und auch verschiedene Ursachen. Sehr häufig entsteht Stress am Arbeitsplatz, vor allem durch unbeliebte und hinausgezögerte Tätigkeiten, wie zum Beispiel Ablagen. Aber auch persönliche oder familiäre Probleme können zur Überspannung führen. Alle diese Ursachen haben jedoch gemein, dass eine Wechselwirkung mit der Gesellschaft vorliegt. Das ist nur logisch wenn man bedenkt, dass der Mensch ein Rudeltier ist. Man sagt ja auch, wir seien nur ein Produkt unserer Gesellschaft. Wird ein Mitglied aus der Gesellschaft ausgestoßen entsteht eine sehr hohe Belastung, welche sich in Form von Stress äußert. Dabei ist es vorerst unwesentlich, aus welchen Gründen und auf welche Weise dies passiert. Sei es Mobbing am Arbeitsplatz oder in der Schule oder das eigenständige Entfernen aus der Gruppe durch Verreisen, Umzug oder ähnliches.
Auch der Tod eines nahestehenden Menschen führt in der Regel zu Stress. Hierbei ist der Sachverhalt jedoch um einiges komplexer. Neben der eventuellen Vereinsamung, spielt hier auch die eigene Einstellung zum Thema Tod eine große Rolle. Ebenso bleibt die Unterstützung, welche man eben durch eine Nahestehende Person erfahren würde aus. Darum lässt sich hieraus schlussfolgern dass Stress ein Subjektives Empfinden ist. Situationen die für die einen keine große Belastung darstellen können für andere unvorstellbare Stressoren sein. Dabei spielen Vorbelastungen und Sensibilisierungen eine große Rolle. Ein Beispiel hierfür sind Missbrauchsopfer oder auch überlebende von Kriegssituationen. Durch ihre posttraumatische Belastung empfinden sie häufig alltägliche Situationen als sehr belastend.
Des Weiteren entsteht stress im Falle einer Belastung und dem Empfinden diese nicht aus Eigenantrieb bewältigen zu können. Hierfür bilden hauptsächlich Überschuldung, Überanstrengung, Zeitdruck so wie Lustlosigkeit und mangelndes Interesse gegenüber Beruf und Freizeit die Hauptursachen für den Stress. Letzteres ist häufig bereits eine Folgeerscheinung von stress, welche sich nochmals negativ auf den Verlauf auswirkt. Zwar bilden diese Faktoren ideale Nährböden für Stress. Jedoch ist auch hier die psychosoziale Kompetenz für den Verlauf ausschlaggebend. Denn besteht eine Unterstützung seitens der nahestehenden Gesellschaft, wirken sich die Stressoren entscheidend geringer auf die Psyche eines Individuums aus.
Daneben wirken auch die eigenen Erwartungen und Vorstellungen in einem bestimmten Verhältnis mit. Neigt man zum Perfektionismus, sind die Erwartungen die man an sich selber oder auch an Andere stellt besonders hoch. Zum Teil sogar so Hoch dass diese nicht erfüllt werden können. Daraus resultiert eine Angstsituation, Versagensängste oder die Angst den Anforderungen nicht gerecht werden zu können. Versteift man sich dann noch darauf dem Anforderungsprofil in jeder Hinsicht zu genügen ist man auf dem besten Wege in Richtung Burn out Syndrom.
Eine besondere Schwierigkeit bei der Stressbewältigung ist es die ausgeglichene Mitte zu finden. Denn es genügt nicht einfach Belastungen zu vermeiden. Übermäßige Langeweile, Unterforderung und Desinteresse wirken sich genau so negativ auf die Psyche aus, wie eine dauerhafte Überbelastung. Man spricht hier auch von einem gesunden Stress. Wird der Mensch träge und demotiviert erhöhen sich die unterschwelligen Konflikte die sich mitunter sehr stark auf die Psyche auswirken.
Wie man sieht hat Stress sehr vielfältige Ursachen und man braucht auch Stress um Stress zu vermeiden. Gerade dieses Paradoxon stellt die Stressbewältigung vor eine große Hürde.